Respekt gGmhbH

Wir sehen unsere Berufung in dem Vermitteln von Wärme und Sicherheit. Ohne Liebe und Hingabe kann eine Gruppe von Menschen nicht funktionieren. Der Verstand dient uns lediglich zum Koordinieren der tiefen Wahrheiten, die zu uns aus dem Herzen sprechen. Aus dem Herzen kann Offenheit entstehen, die unser Wollen zurücktreten lässt und den Platz frei macht für das Anbieten von echter Beziehungs- und Bindungsarbeit. Nur mit dieser Authenzität kann auch eine tragfähige zwischenmenschliche Beziehung entstehen.
Die Nestwärme, die in unseren Wohngruppen und Wohngemeinschaften nachgeholt werden kann, dient zum Aushalten der schwierigen Lebenssituationen, durch die wir zusammen mit den jungen Menschen gehen. Mit dem gemeinsamen Durchleben passiert Heilung und entsteht Vertrauen, das wir für die Führung der jungen Menschen durch die Anforderungen des Lebens benötigen, die oft auf Widerstand treffen und ausgehalten werden wollen.
Wir verstehen jeden Menschen, der zu uns kommt, als Individuum mit ganz eigenen Besonderheiten. Jeder steht da, wo er steht, und jeder hat das Recht auf seine Individualität. Das Erkennen und die Annahme dieses individuellen Standes, sowie das Aufbringen der nötigen Geduld, ist die Aufgabe von uns. So entsteht Dialektik, die ein Verstehen des anderen ermöglicht. Ein Fördern und Fordern in Offenheit, z.B. durch Berücksichtigung von Piagets Stufenmodell, tut nicht nur den jungen Menschen gut, sondern auch unseren KollegInnen. Daraus bildet sich ein Selbstverständnis von Menschen, das keine Einschränkungen, sondern Individualität sieht und somit eine Grundvoraussetzung von Inklusion ist.
Wir sehen junge Menschen als „gleichwürdig“ an, was heißen soll, dass junge Menschen kein Objekt unserer Formung durch Erziehung und Erfüllung unserer Erwartungen sind, sondern die gleiche Würde und den gleichen Respekt verdienen, wie Erwachsene. Wir Erwachsene müssen uns öffnen, um das Potenzial eines jungen Menschen zu erkennen und können dann von ihm lernen, welche Schritte nötig und möglich sind.

Des Weiteren gibt es Grundsätze, die für unsere Einstellung gegenüber eines jeden pädagogischen Prozesses und eines Kindes oder Jugendlichen elementar wichtig sind.

Kinder und Jugendliche sind vollwertiger Teil der Gesellschaft und gleichwertige Bürger.
Kinder und Jugendliche können nur in die Gesellschaft integriert werden, wenn man sie auch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen lässt.
Junge Menschen haben das Recht auf eine Privatsphäre und deren Schutz, sowie auf das Postgeheimnis und das Recht auf eine eigene Kultur.
Kinder und Jugendliche brauchen und haben das Recht auf einen geregelten Tagesablauf und nachvollziehbare Regeln, auf deren Einhaltung sie selbst achten können und ein Recht auf angemessene Freizeitaktivitäten.
Kinder und Jugendliche haben das Recht auf uneingeschränkte Förderung und individuelle, angemessene Forderung.
Kinder haben das Recht Fehler zu machen und dafür die Gelegenheit zu bekommen.
Kinder und Jugendliche haben das Recht auf nachhaltiges Handeln der Gesellschaft und die Erhaltung, sowie das Erfahren, einer Perspektive.
Kinder haben das Recht und die Pflicht zu lernen.
Kinder und Jugendliche haben das Recht auf Freude, Liebe und Fürsorge.